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MEZZOCORONA

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In Mezzocorona kam die Teilstrecke einer Strasse aus der Römerzeit ans Tageslicht, nämlich bei den Ausgrabungsarbeiten im Bereich "Giontec", wo sich ein archeologisches Gebiet von ungewöhnlichem Ausmass befindet. Es gilt als der umfangreichste archeologische Fund von ganz Oberitalien. Durch die gewissenhafte Arbeit der Archäologen stellte sich heraus, dass die Römer dort eine Art Durchgangstation an der Via Claudia Augusta errichtet hatten. Diese Station weitete sich im Laufe der Jahre zu einer Siedlung aus. Ihr Fund erweist sich heute als eines der wichtigsten Fragmente der römischen Architektur im Alpenraum. In der Ausgrabungsstattte, und gewissermssen als Bekräftigung dieses wichtigen Fundes, befindet sich ein Warmluft-Heizsystem (eine Art Warmluft-Fussbodenheizung), das zutage befördert und restauriert wurde. Bei der Nachbildungeines Wohnhauses von Giontec, das an den typischen Baustil römischer Hauser in der Piana Rotaliana erinnert, befinden sich im Außenbereich Gedenksteine. Erwähnenswert ist, dass diese alte Römerstrasse von Raststatten (Stationes und Mansonies) gesäumt wurde. Normalerweise waren diese im Abstand von 30 km angelegt und dienten auch zum Auswechseln der Pferde. Die alten Römer erkoren Mezzocorona zu einer der idealsten Raststattten.

Bis ins 19. Jh. war das Etschtal, zwischen den beiden Provinzhauptstädten Bozen und Trento, über lange Zeitraume hinweg, so gut wie unpassierbar. Die Etsch und noch dazu "überversorgt" durch den Wildbach Noce, führte oft und über lange Zeitrraume Hochwasser. Durch diese entstanden mit der Zeit enorme Sumpfgelande, die jeglichen Durchgang unmöglich machten. Deshalb waren die Reisenden, ganz gleich, ob aus dem Süden oder Norden kommend, gezwungen, einen Umweg zu machen. Folge dieser "Naturkatastrophen" war die Entstehung einer natürlichen Grenze zwischen der lateinischen und der nordischen Welt.

In den Jahrhunderten, die der Römerzeit folgten, wurde in Mezzocorona, im heutigen Palazzo Thun, ein Turm errichtet. Er diente zur Überwachung des damaligen Gebiets und der Durchgangszone auf der alten Römerstrasse. Der Turm wechselte mehrmals von einer zur anderen Adelsfamilie den Besitz, bis Leopold Thun 1821 sich dazu entschloss, diesen Turm seinem Palais einzuverleiben.

Heute besteht die Möglichkeit, die Geschichte von Mezzocorona, im Zentrum der "historischen Dokumente" einzusehen, das seinen Sitz in der Gemeinde, d. h. im Palazzo della Vicinia, hat. Hier entstand ein Museum, das Erklärungen über die Fundstucke der letzten Jahre abgibt. Das älteste Fundstuck ist die allseits bekannte "Nonna di Mezzocorona", ein Skelett aus dem Mesolithikum. Das Museum ermöglicht einen Streifzug aus der Vorgeschichte bis zu den Patrizierhäusern des Ortszentrums.

Von unglaublich künstlerischem Wert ist das Rathaus im Palazzo Firmian. Er war einst Sitz der Gerichtsbarkeit von Mezzocorona und ab Ende des 15. Jh. bis 1824 im Besitz der Adelsfamilie Firmian.

Im Gebaude befinden sich Werke des Sudtiroler Malers und Radierers Paul Troger, zu Ehren des alten Geschlechts. An dieser Stelle wollen wir noch einmal einen kurzen Abstecher in die Zeit der Römer machen. Geradezu als Beweis der Bindung zwischen der Rotaliana-Ebene und Gott Bacchus, der heute durch den Teroldego Rotaliano verkörpert wird, kam es bei den "Cantine Mezzocorona", nicht weit von der Brennerbahnlinie entfernt, zum Fund eines spätrömischen Weinguts, wo zahlreiche Überreste von Trester erhalten blieben.

Die Gemeinde Mezzocorona wird von ihrem gleichnamigen Hausberg dominiert. Er bietet die Möglichkeit, auf engstem Kontakt mit der Natur zu leben und den Reiz der Almen sowie die Schönheit der Wege, wieder zu entdecken, die durch fantastisch duftende Wälder führen.

Eine bequeme und moderne Seilbahn führt in wenigen Minuten hinauf auf das Bergplateau. Am Berghang befindet sich die Ruine von Castello di San Gottardo. Ein besonders interessantes Beispiel einer mittelalterlichen Höhlen-Burg, die an diesem steilen Felshang errichtet wurde.

Laut einer Volkslegende war die Höhle, in der diese Burg eingebettet liegt, der Unterschlupf eines Drachens, der Angst und Schrecken unter der Bevlkerung des Orts verbreitete. Ein mutiger Ritter aus der Familie Firmian wollte die Einwohnerschaft von dieser Plage befreien. Deshalb trat er gegen den Drachen an und brachte ihn um. Nachdem Graf Ugo Firmian den Drachen erlegt hatte, spiesste er ihn auf sein Schwert und hob ihn in die Höhe, um ihn seinen Untertanen zu zeigen. Ein Tropfen des starken Drachengifts fiel durch einen Schlitz seiner Ritterausrüstung auf den Arm des Ritters, der sich im Handumdrehen in eine lebende Fackel verwandelte.

Die ersten Bewohner von Mezzocorona, die den Schauplatz erreichten, fanden nur noch den toten Drachen und eine Ritterrüstung mit einem Huflein Asche vor.

 
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