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DIE VIA CLAUDIA AUGUSTA
Die Via Claudia Augusta - so nennt sich die antike kaiserliche Staatsstrasse - galt während der Römerzeit und während des Mittelalters als die Direktverbindung "Venedig-Munchen".
Dreihundertfünfzig römische Meilen, die, mit unserem heutigen Maß, 518 Kilometern entsprechen. Sie wurden im Jahr 15 v. Chr. trassiert und im Anschluss begannen die Bauarbeiten durch Drusus Claudius "Germanicus", General von Augustus zur Zeit der Eroberungen von Raetia und Vindelicia - der westlichsten der drei Donauprovinzen -, die 60 Jahre später, d. h. 47 n. Chr. durch den Kaiser Claudius abgeschlossen wurden, von dem diese Strasse ihren Namen erhielt.
Die alte Römerstrasse, die die Donau, folglich den nördlichen Teil Europas, mit dem mediterranen Teil und der lateinischen Kultur verband, ist die ursprüngliche Trasse der modernen Strassennetze, d. h. von Staatsstrassen, Schnellstrassen und Autobahnen.
Die vor 2.000 Jahren durch die römischen "Curatores Viarium" festgelegten Strecken Überschneiden sich mit denen, die von den Architekten des 21. Jahrhunderts angewandt werden.
Besondere Bedeutung besitzen zweifelsohne die zwei Claudia-Augusta-Strassen: Die "Altinate" und die "Padana". Die eine begann bei Altino, an der Adria, eine Verkehrsachse von wesentlicher Bedeutung, und galt als Verbindung mit Trento. Sie führte durch das Gebiet von Feltre und das Valsugana. Die zweite führte von Ostiglia zum Po und war Verkehrsachse zwischen Verona und Trento, wo sie sich mit der Altinate verband.
Die Strasse führte als Einzeltrasse durch das Trentino, und zwar durch das Etschtal bis nach Bozen, und weiter durch das Passeiertal und das Vinschgau bis zum Reschenpass. Dann durchquerte sie Tirol, an Landeck und Imst vorbei, und erreichte schliesslich das bayrische Flachland und die Donau, nachdem sie Füssen, Schongau und Augsburg - zu Ehren ihres Stadtgründers damals Augusta genannt - durchquert hatte. Die Endstation war das rechte Donauufer, nicht weit vom heutigen Donauwörth entfernt.